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Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts

von Nadine Theiler

  • Deutsch-Aufsatz

 

Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts
Literarische Charakteristik: Der Portier



Das auffallendste äußere Merkmal des Portiers ist seine ungewöhnlich lange und gebogene, vom Ich-Erzähler auch als „kurfürstlich“ (S.8+16) bezeichnete Nase. Ansonsten kann man sein übriges Erscheinungsbild, auf das er offenbar großen Wert legt, wohl als eher normal und stark durch seinen Dienst im Schloss geprägt bezeichnen: Teil seiner Uniform sind ein goldfarbenes Bandelier aus Seide und ein an der Spitze versilberter Stab. In seiner Freizeit bevorzugt er einen Mantel sowie Pfeife oder Schnupftabak.
Der Portier, der die Jagd verabscheut und einen zweckmäßigen Gemüsegarten einem Blumenbeet vorzieht, macht durch diese Standpunkte einen vernünftigen, bodenständigen, nicht besonders abenteuerlustigen, man könnte auch sagen langweiligen Eindruck.
Seine sich langsam entwickelnde Freundschaft zum Taugenichts, den er viele Male besucht hat, zerbricht an einem Wutausbruch von diesem, nachdem die beiden in einer eigentlich unbedeutenden Frage nicht einer Meinung gewesen sind. Der Portier, der nun wieder seine ursprüngliche Meinung, der Ich-Erzähler sei durch seine neue Stelle als Zolleinnehmer verrückt geworden, vertritt, zeigt von diesem Moment an ein fast verängstigtes Verhalten gegenüber diesem. Der Taugenichts hingegen, der ihn für einen „superklugen Gesellen“ (S.18) hält, bedauert das Ende dieser Freundschaft jedoch kaum.

Der Portier soll, dadurch dass er in seinen Charakterzügen einen sehr starken Gegensatz zum Ich-Erzähler darstellt, meiner Meinung nach dessen Person, besonders seine Lebenslust, Risikobereitschaft und Begeisterungsfähigkeit verstärkt zum Ausdruck bringen.

Kategorie: Deutsch | Kommentare (6)