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Das Niger-Binnendelta in Mali

Von Gerhardt Brits

  • Erdkunde-Klausur (11.Klasse)
  • 2-stündig
  • 12 Punkte

 

Das Niger-Binnendelta in Mali


VORINFORMATION:

Wie auf Seite 129, 134 und 138 im Atlas ersichtlich, bildet der Fluss Niger, der in Mali durch verschiedene Klimazonen fließt, in seinem Mittellauf ein „Binnendelta", d. h. er verzweigt sich in einer Senke, um ab Timbuktu dann wieder als „einfacher" Strom weiterzufließen.

 

AUFGABEN:

1) Erklären Sie mit Hilfe von Atlas und Unterrichtswissen den Wasserreichtum in den Quellgebieten des Niger.

2 a)Geben Sie eine Kurzbeschreibung des Klimas von Mopti (M 1).

b) Leiten Sie hieraus Chancen und Probleme dieses Klimas für die Landwirtschaft ab.

c) Erläutern Sie, auch an Hand von Karte 2 Seite 130, die Bedeutung des Niger-Binnendeltas für diese Region.

3) a) Leiten Sie aus Ihren Kenntnissen über den anthropogenen Treibhauseffekt ab, welche physischgeographischen Folgen er in dieser Region haben müsste.

b) Verdeutlichen Sie die Folgeprobleme für mindestens zwei ausgewählte Bevölkerungsgruppen aus Karte 2 Seite 130.

 

Das Niger-Binnendelta in Mali Erdkunde-Klausur 11.Klasse 12 Punkte

 

 

 

 

1.

Die Quellen des Niger befinden sich in den Gebirgen „Lomaberge“, nahe den beiden höchsten Spitzen. Der Wasserreichtum in diesem Gebiet erklärt sich durch a) Steigungsregen und b) die innertropische Konvergenz. Der Steigungsregen kommt dadurch zustande, dass feuchte Luftmassen an den Gebirgen aufsteigen und abkühlen. Dadurch nehmen die maximale Luftfeuchtigkeit ab und die relative Luftfeuchtigkeit zu. Es kommt zu Kondensation an den höheren bzw. höchsten Stellen. Hinzu kommt die ITC, die von südlich des Äquators bis nördlich des Äquators hin und her wandert. Wenn die ITC über der Quellregion des Nigers liegt, kommt es zu besonders starken Niederschlägen, da die Sonneneinstrahlung sehr steil ist. Dies hat zur Folge, dass die Luft in Bodennähe sich stark erwärmt und hochsteigt, wo es abkühlt und zu Kondensation kommt. Aufgrund der ehemalig hohen Temperatur und dadurch Luftfeuchtigkeit der Luftmassen, die als SO-Passat, ab dem Äquator als SW-Monsun über den Atlantik wehen sind die Niederschläge sehr heftig.

 

2.

Die Jahresdurchschnittstemperatur in Mopti liegt bei 28,4°C und die Durchschnittsniederschlagsmenge bei 453 mm. Die Temperaturen reichen von ~23,5°C im Dezember/Januar bis ~33,5°C im Mai beziehungsweise bis ~29°C im Oktober. In den Monaten Dezember bis Februar gibt es 0 mm Niederschlag und im August ein Niederschlagsmaximum von 200mm. Dies hat zur Folge, dass die Monate Juni bis September humid und die Monate Oktober bis Mai arid sind. Mopti hat ein wechselfeuchtes Klima und liegt an der Grenze Dorn-/Trockensavanne.

Es besteht eine Wachstumsperiode von ca. 3,5 Monaten, die jedoch durch Starkregen auf ausgetrockneten Boden, Wasser- und Winderosion eingeschränkt ist. In dieser Zeit ist eine intensive Landwirtschaft, Ackerbau und Viehzucht möglich. Ein weiteres Problem besteht allerdings darin, dass Mopti in der südlichen Region der Sahelzone liegt. Regenfälle in dieser Region sind äußerst wechselhaft und es treten häufig Dürren ein.

Das NBD verursacht ein Überflutungsgebiet, welches auch Mopti einschließt. Durch diese regelmäßigen Überflutungen ist der Anbau von Reis möglich, wie auch der Fischfang, die Viehzucht und der Hirseanbau. Dieses Gebiet hat aufgrund des NBD so gut wie immer ausreichend Wasser und vor allem den Viehhaltern nützt es sehr, denn die zeitlichen Überflutungen bringen die beste Weide hervor.

 

3.

Der anthropogene THE bewirkt stärkere Regenfälle in den Quellgebieten des Niger, somit wird eine stärkere Erosion durch die höhere Fließgeschwindigkeit hervorgerufen. Gleichzeitig bewirkt der THE eine globale Erwärmung, das heißt die Wassermassen aus den überfluteten Regionen verdampfen schneller, somit besteht eine kürzere Wachstumsperiode für Reis und Weide. Durch die Temperaturzunahme verkürzt sich generell die Wachstumsperiode in dem Gebiet um Mopti, welches wiederum einen Mangel an Nahrung hervorrufen wird.

Zum Beispiel die Fulbe werden verstärkt die kleiner werdenden fruchtbaren Zonen aufsuchen müssen. Dadurch werden diese ebenfalls schneller abgegrast, die Tiere hätten nicht mehr ausreichend Futter (Desertation).

Auch die Bozo könnten nicht mehr dem Fischfang nachgehen, denn die Fische laichen nicht mehr in den zu schnell fließenden Gewässern.

Kategorie: Erdkunde | Kommentare (10)
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