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Formen der Angst

von Friedemann Winkler

  • Religion Referat (12. Jahrgang)
  • 10 Minuten
  • 14 Punkte

 

Formen der Angst

  • Angst nicht nur aus der Sicht einer Betrachtungsweise zu verstehen
    • Anthropologisch: unvermeidbares Bestandteil, Bedrohung der Existenz
    • Tiefenpsychologisch: Entstehung in Kindheit, Triebentwicklungen
    • Medizin: in Verbindung mit best. Krankheiten
    • Theologie: Gegenteil von Glauben
  • Das Bedrückende der Angst gibt den Impuls zur Überwindung, zum Risiko
  • 2 Möglichkeiten zum Umgang: Überwinden oder ausweichen
  • Überwindung ist Fortschritt, bewältigte Angst = Entwicklung
  • Angstvermeidung ist keine Lösung, schiebt nur auf
  • Man hat also viele verschiedene Möglichkeiten, die Angst zu vermeiden
  • Aber unbewältigte Angstsituationen summieren sich innerlich und steigern sich zu einer schwer zu unterdrückenden Angstbereitschaft
  • Überwindung durch: Erkenntnis, Glaube, Tat oder Liebe
  • Eher abstrakt, ist schwieriger
  • Angstobjekte und -Situationen unüberschaubar
    • Realängste (Gefährdungen, Lebensbedrohung, Krankheiten, Verlustängste)
    • Grundängste (System nach Riemann)
  • 4 Entwicklungsimpulse, die sich paarweise gegenüberstehen
  • Individualität oder Anpassung, Gewohntes oder Neues
  • Angst vor Isolierung und Einsamkeit
    • Angst vor dem Herausfallen aus einer Gruppe, Verlust von Vertrauen oder Liebe.
    • Urform dieser Angst ist die des Kindes, das sich „mutterseelenallein" fühlt. Verstärkt von Einsamkeitserlebnissen und Hoffnungslosigkeit.
    • Überwindung: Entwicklung von Eigenständigkeit
    • Lässt uns bewusst werden, dass wir nicht zu Einzelgängern werden sollen
  • 2. Angst vor Ichverlust und Abhängigkeit
    • Gegenteil der zuvor beschriebenen Angst; Bedrohung der Individualität und Eigenständigkeit. Mitmenschen werden als Gefahr für Unabhängigkeit gesehen. Extrem: Schon die Nähe von anderen kann nicht ertragen werden. Führt zu Hass und Feindseligkeit. Die Angst treibt Menschen in sie selbst zurück (Isolierung, Trennung).
    • Urform geht auf das Kind zurück, das in seiner Entwicklung eingeschränkt wird und dessen Selbstentfaltung nicht zugelassen wird.
    • Man muss es z.B. auf das Wagnis der Liebe ankommen lassen und sich anderen öffnen
    • Sinn: Akzeptanz der eigenen Individualität. Abgrenzung von der älteren Generation macht Veränderungen möglich, Mann und Frau müssen sich unterschiedlich entwickeln. Verzicht würde alle zu austauschbaren Massenmenschen machen.
  • 3. Angst vor Vergänglichkeit und Veränderung
    • Man versucht an Dingen festzuhalten und stellt sich Veränderungen in den Weg. Es kann an verschiedenen Dingen festhalten werden (Besitz, Traditionen, Träume). Im Extremfall wird man zum Bekämpfer von allem Neuen.
    • Urform: Kind merkt, dass etwas zu Ende geht und plötzlich „weg" ist, dass etwas „alle" werden kann.
    • Verarbeitung dieser Angst liegt z.B. in guter Vorbereitung und Einteilung von Ressourcen. Man sollte nicht unberechtigt Angst vor Verarmung oder dem älter werden haben. Die Zeit kann nicht angehalten werden. Einzige Rettung ist die Einsicht, dass man mehr im Augenblick leben muss
    • Sinn dieser Angst ist, dass man Sachen nicht zu schnell aufgibt und Veränderungen auf Nutzen kontrolliert
  • 4. Angst vor Notwendigkeit
    • Angst, dass die Freie Wahl eingeschränkt oder aufgehoben wird. Kein Wagnis und Eroberung des Neuen mehr. Wieder Gegenteil von zuvor beschriebener. Angst, dass immer nur alles gleich bleibt. Alles Unvermeidliche, Unausweichliche und Festlegende wird gefürchtet.
    • Urform: Kind, dass unter Geboten und Verboten der Eltern leidet. Auch Zusammenprall mit der Wirklichkeit, die sich unseren Wünschen widersetzt.
    • Überwindung: Wir müssen uns manchmal unterordnen und Befehle befolgen.
    • Sinn: Man muss erkennen, dass es viele Schranken gibt, von denen wir manche nicht durchbrechen können, andere aber schon. Man soll also nicht so schnell aufgeben
  • Angst ist also nicht nur etwas Negatives, sondern enthält auch Aufforderungscharakter, sie zu überwinden. Die Grundängste gehören zum Leben eines jeden Menschen. Überwindung dieser Ängste bedeutet einen Reifungsvorgang und eine positive Entwicklung.
Kategorie: evangelische Religion | Kommentare (3)