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3. Inhaltsangabe

von Tanja Kruse

  • Deutsch, Jahrgang 11

3. Inhaltsangabe 

Der Hauptcharakter und Einzelgänger Edgar Wibeau, ein zunächst strebsames, vorbildhaftes und erfolgreiches Mitglied der Gesellschaft gibt nach einem Konflikt mit seinem Ausbilder Flemming seine Lehre auf. Auslöser ist eine Auseinandersetzung mit dem Meister, da dieser seine Lehrlinge mit arbeitsintensiven Aufgaben beauftragen muss, die maschinell hätten verrichtet werden können. Nachdem Edgar seinem Ausbilder aus Protest eine Grundplatte auf den Zeh hat fallen lassen, wird sein Verhalten sogar von seiner Mutter kritisiert, die Ausbildungsmethoden werden allgemein gerechtfertigt. Rückblickend stellt Edgar außerdem im Hinblick auf die Familiensituation fest, dass es ihm missfällt, als „lebender Beweis dafür rumzulaufen, dass man einen Jungen auch sehr gut ohne Vater erziehen kann“ (Plenzdorf, Die neuen Leiden des jungen W., S. 23). Im Mittelpunkt des Werkes stehen nun die aufkommenden rebellischen Züge der Hauptperson Edgars, die sich unter anderem in langen Haaren, Popmusik und Jeans widerspiegeln. Veranlasst durch Selbstverwirklichungswünsche beschließt er, anfangs zusammen mit seinem Freund Willi, aus der Kleinstadt Mittenberg in eine zum Abbruch bestimmte Laube nach Ostberlin zu ziehen. Hier findet er – auf der Toilette – eine Reclam Ausgabe von Goethes „Die Leiden des jungen Werther“, welcher er jedoch anfänglich nichts Positives abgewinne kann, sondern sie vielmehr salopp kommentiert: „Dieser Kerl in dem Buch, dieser Werther, wie er hieß, macht am Schluss Selbstmord (...), weil er die Frau nicht kriegen kann, die er haben will, und tut sich ungeheuer leid dabei“  (Plenzdorf, Die neuen Leiden des jungen W., S. 36). Sein Verständnis ändert sich jedoch, als er die Kindergärtnerin Charlie kennenlernt und sich in sie verliebt. Er nutzt nun Werther-Zitate als Ausdruck seiner eigenen Gefühle, die er seinem inzwischen nach Mittenberg zurückgekehrtem Freund Willi in Form von Tonbandkassetten zuschickt. Im weiteren Verlauf der Handlung, in der ihn seine Leidenschaft zu Charlie immer unglücklicher macht, kann er sich schließlich mit Goethes Titelfigur identifizieren und sieht dessen Leiden als Spiegelung seiner eigenen Situation: „Ich war jedenfalls fast so weit, dass ich Old Werther verstand, wenn er nicht mehr weiterkonnte.“ (Plenzdorf, Die neuen Leiden des jungen W., S.147). Zur vorübergehenden Trennung von Charlie und Edgar kommt es, als ihr Verlobter Dieter, ein strebsamer Germanistikstudent, auftritt. Aus Geldnot beschließt Edgar, einer Arbeit nachzugehen, ohne jedoch seine individuellen Eigenarten aufzugeben oder sich kritiklos anzupassen. Er schließt sich einer Malerbrigade an , wird aber auch hier schnell zum Außenseiter. Auf dem Höhepunkt des Konfliktes mit seinem Vorarbeiter Addi entsteht Edgars Traum, sich durch die Erfindung eines nebellosen Farbspritzgerätes vor der Brigade und vor seinen übrigen Bekannten profilieren und bestätigen zu können: „Und dann, wenn sie funktioniert, meine Spritze, wollte ich lässig wie ein Lord bei der Truppe aufkreuzen“ (Plenzdorf, Die neuen Leiden des jungen W., S. 109). Mit der Konstruktion dieser Spritze verbindet er außerdem die Hoffnung, seine privaten Probleme lösen und nach Mittenberg zurückkehren zu können. Doch Edgars Träume werden zerstört, dass seine Laube als unbewohnbar erklärt wird und in einer Frist von drei Tagen abgerissen werden soll. Dazu kommt noch, dass seine Mutter sich ankündigt, die von Willi die Adresse in Erfahrung gebracht hat. Dieser Zeitdruck zwingt ihn dazu,  Sicherheitsmaßnahmen zu  vernachlässigen. Wegen eines defekten Transformators und eines unbrauchbaren Klingelknopfes wird eine zu hohe Spannung in der Konstruktion erzeugt, so dass der elektrische Schlag beim Einschalten der Maschine für Edgar tödlich endet.

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