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Arbeitsplatz

von Friedemann Winkler

  • Praktikumsbericht (Jahrgang 11)
  • 13 Punkte (vor Korrektur)

 

 
2. Der Arbeitsplatz und Berufswerdegänge 

a) ein typischer Ausbildungsgang

Bei der Bundeswehr gibt es eine so große Zahl an möglichen Ausbildungen, dass es nicht möglich wäre, hier alle zu erwähnen. Ich werde daher nur auf zwei Beispiele eingehen, die mich besonders interessieren, nämlich die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker im Heer und die zum Luftfahrzeugführeroffizier. Beide Ausbildungen kann man sowohl mit Realschulabschluss als auch mit Abitur oder Fachhochschulreife antreten, allerdings haben nur Abiturienten die Möglichkeit, bei der Bundeswehr zu studieren, daher werde ich nur auf diesen Weg eingehen.

Wenn man nach dem Abitur die schwierigen Einstellungstests für Offiziersanwärter bestanden hat und daher für körperlich und geistig geeignet gehalten wird, fangen beide Ausbildungsgänge erst einmal gleich an und spalten sich erst später au

  Fluggerätmechaniker

 

Luftfahrzeugführeroffizier

Dauer

Ausbildung

 

Dauer

Ausbildung

3 Monate

Allgemeine Grundausbildung

 

3 Monate

Allgemeine Grundausbildung

2 Monate

Spezialgrundausbildung

 

2 Monate

Spezialgrundausbildung

5 Monate

Offizieranwärterlehrgang 1

 

5 Monate

Offizieranwärterlehrgang 1

1 Monat

Einzelkämpferlehrgang

 

1 Monat

Einzelkämpferlehrgang

4 Monate

Gruppenführerpraktikum

 

3 Monate

Gruppenführerpraktikum

3 Monate

Offizieranwärterlehrgang 2

 

3 Monate

Offizieranwärterlehrgang 2

4 Monate

Grund- und Vorpraktikum

 

4 Monate

Grund- und Vorpraktikum

6 Monate

Offizierlehrgang

 

6 Monate

Offizierlehrgang

6 Monate

Praktikum

 

4 Monate

Vorfliegerische Ausbildung

5 Monate

Zugführerpraktikum

 

7 Monate

Hubschraubergrundausbildung

39-48 Monate

Studium

 

39-48 Monate

Studium

Rest der Zeit

Verwendung als Offizier in einer Luftfahrzeugtechnischen Abteilung der Heeresfliegertruppe

 

Rest der Zeit

Verwendung als Luftfahrzeugführeroffizier in der Heeresfliegertruppe

 

[Die Fächer, die beim Studium zur Auswahl stehen sind im Anhang zu finden.]

Die Ausbildungsdauer beträgt also etwa sieben Jahre! Erst danach kann die Bundeswehr den Auszubildenden wirklich verwenden. Da es von den Finanzen her nicht verantwortbar wäre, den fertig ausgebildeten Fachmann, der auch die ganze Zeit schon seinen Sold bekommen hat (im Gegensatz zu zivilen Universitäten muss man keine Studiengebühren bezahlen, sondern bekommt schon Geld), einfach gehen zu lassen, ist es verständlich, dass man sich vor der Ausbildung für eine gewisse Zeit verpflichten muss. Diese Zeit ist bei Luftfahrzeugführeroffizieren mindestens 15 Jahre, bei Fluggerätmechanikern mindestens 12 Jahre.


b) Sicherheit

Arbeitsplatzsicherheit

Die Sicherheit des Arbeitsplatzes ist bei der Bundeswehr im Vergleich zu zivilen Betrieben relativ hoch. In der Zeit, für die man sich verpflichtet hat, ist sie auf jeden Fall gewährleistet, danach entscheidet sich, ob man Berufssoldat wird oder in die zivile Wirtschaft überwechselt. Bei letzterem hat man die Möglichkeit, das letzte Jahr der Verpflichtung bei vollem Gehalt für Umschulungen zu benutzen, anschließend wird noch eine gewisse Zeit lang (abhängig von der Verpflichtungsdauer) ein Großteil des letzten Gehaltes ausgezahlt, sowie eine einmalige Summe von 5000€, die für Büchergeld, ein neues Studium oder ähnliches genutzt werden können.

Berufssoldat wird nur, wer sich in der Dienstzeit besonders hervorgetan und gute Leistungen erbracht hat. Wer das geschafft hat, kann man sich auf einen sicheren Arbeitsplatz und eine frühe Rente freuen.

An all diesen Vorteilen, die man bei der Bundeswehr genießt, kann man sehen, dass dort gute Leute benötigt werden, denen man dann auch etwas bieten muss. Allerdings sind die Einstellungstests schwierig und auch die Ausbildung und das Studium ziemlich hart, was sich schon durch die kurzen Studienzeit zeigt, in der der gleiche Stoff behandelt wird, wie an normalen Unis.

 

Arbeitssicherheit

Für die Sicherheit am Arbeitsplatz direkt gibt es bei der Bundeswehr (im Fliegerhorst) ziemlich genaue Vorschriften. Dabei geht es vor allem um die Flugsicherheit, da die Piloten deutlich mehr gefährdet sind als zum Beispiel die Techniker am Boden. Diese sind nur in wenigen Situationen einem Risiko ausgesetzt, eine davon ist das Betanken der Hubschrauber, die immer mit vollem Tank gewartet und repariert werden, da ein leerer Tank gefährliches Gas enthält. Das Tanken findet im Freien vor der Luftfahrzeughalle statt, das Personal hält Sicherheitsabstand ein und alles geschieht nur unter Aufsicht der anwesenden Feuerwehr. Die Gefahren für die Piloten sind nicht so leicht zu beseitigen. Maßnahmen hierfür sind unter anderem die strengen Vorschriften bei der Wartung (hierauf gehe ich noch in der Beschreibung der Tätigkeiten näher ein), doppelte Kontrollen, regelmäßige Wartungen der Hubschrauber (vor jedem Flug eine „Vorflugkontrolle“, nach jedem Flug eine „Nachflugkontrolle“, alle 100 Flugstunden die 1. Periodische Inspektion (PE), alle 400 Flugstunden die 2.PE und alle 1200 Flugstunden die 3. PE (Ablauf siehe Anhang)) und Vorschriften wie zum Beispiel das Verbot von Kopfbedeckungen im Flugfeldbereich, weil diese vom Rotor angesaugt werden und diesen beschädigen könnte.

 

Kategorie: Praktikumsbericht: Bundeswehr | Kommentare (2)
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