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Weltwirtschaftskrise

von Dennis Theurer

  • Geschichtsreferat (12. Klasse)
  • 15 Minuten
  • 15 Punkte

Hinweis: das Referat ist zum Teil nicht als Text ausformuliert, sondern in Form von Stichpunktsätzen gefasst, die in der Reihenfolge zu einem kompletten Referat verwendet werden können.

Einleitung

Das Bild einer Weltwirtschaftskrise könnte so aussehen:

Nur ist dieses Bild relativ aktuell: Nach einem stetigen Kursanstieg der Börse von 1993 bis zum Jahr 2000 gab es eine regelrechte „Zeichnungshysterie": Neue Werte wie Telekom-Aktien, Infinion und andere Aktien aus dem „Neuen Markt" waren nachgefragt - so denkt man - wie nie zuvor: Es gab eine regelrechte Aktieneuphorie - jeder wollte ein Stück vom Kuchen abhaben.

Der Zusammenbruch von Internet- und Telekommunikationswerten führte 2000 zu einem drastischen Kursverfall. Der Anschlag am 11. September 2001 gab den Börsen „den Rest": Der DAX zum Beispiel sank von über 8000 Punkten auf ca. 2400 Punkte: Ein Kurseinbruch, bei dem auch sehr viele Privatanleger viel investiertes Geld verloren haben.

Die Weltwirtschaftskrise wird gedanklich oft verbunden mit einem „schwarzen Freitag" - lang her im Jahr 1929.

Dass ein solcher Einbruch immer wieder passieren kann, deutet der Zusammenbruch des „neuen Marktes" an. Von daher sollte man die Weltwirtschaftskrise von 1929 auch unter dem Blickwinkel „Was ist heute potentiell noch aktuell?" betrachten.

Die USA als Auslöser der Krise

Amerika vor der Weltwirtschaftskrise

  • In Amerika kam es nach dem ersten Weltkrieg zu einem starken Aufschwung, da sich der Krieg nur in Europa abgespielt hat und es wirtschaftlich profitieren konnte.
  • Mit der neu erfundenen Fließbandarbeit, den darauf aufbauenden Fordproduktionsstätten und der Uhrenproduktion lebte die Amerikanische Wirtschaft auf.
  • Dazu kam die Erfindung des Radios, dessen Aktien vergleichbar mit den Internetaktien heute stark anstiegen.
  • Die Bevölkerung nannte diese Zeit auch die ewige Konjunktur.
  • Es brach ein Spekulationsfieber auf, denn die Börse versprach in kürzester Zeit Gewinne zu erzielen und jeder wollte am Aufschwung teilhaben.
  • Deshalb nahmen viele Bürger zum Erwerb Kredite auf, die sie trotz Zinsen mit Gewinnen zurückzuzahlen hofften.

Börsencrash in den USA

  • Die ersten Großanleger wollten ihre Gewinne nun realisieren und verkauften ihre Aktien.
  • Dies sorgte für fallende Kurse, was immer mehr Anleger dazu trieb, ihre Aktien zu verkaufen um noch die höchstmöglichen Gewinne mitzunehmen.
  • Wegen der immer stärker fallenden Kurse waren viele Anleger gezwungen ihre Aktien zu verkaufen, da sie sonst die Kredite nicht mehr halten könnten, was die Kurse weiter zum Fallen brachte.
  • Donnerstag, 24. Oktober 1929 bricht eine Panik aus: alle wollen ihre Aktien nur noch verkaufen, die Kurse brechen zusammen.



  • Große Banken versuchen die Börse durch schnellen Aufkauf von Aktien zu stabilisieren, was sich am Montag, 28. Oktober, als aussichtslos erwies: 16,4 Milliarden Aktien wurden abgestoßen.
  • Es stellte sich heraus, dass sich die zuvor hohen Kurse lediglich auf Spekulationsgeldern in Milliarden Höhe stützten, die nun schlagartig wegfielen.
  • Die Krise in Amerika wurde weiter durch eine schlechte Geldpolitik der Notenbanken verstärkt.
Ausweitung der Krise
  • Amerika verlieh vor dem Börsencrash hohe Kredite an Europa, dessen Wirtschaft sich nach dem Krieg auch zu erholen begann.
  • Mit diesen Krediten wurden modernste Produktionsstätten gebaut, die jedoch verschuldet waren und mit ihren Gewinnen die Kredite abzahlen mussten.
  • Nach dem Börsencrash forderten die amerikanischen Banken die Kredite aus Europa überstürzt zurück, die jedoch nur schwer oder gar nicht zurückgezahlt werden konnten, da sie auf lange Zeit investiert waren.
  • Auf diese Weise riss Amerika Europa mit in die Krise.
  • Alle Nationen versuchten sich selbst vor der Krise zu schützen und erhoben Schutzzölle und Handelsbeschränkungen.
  • Diese Vorgehensweise erinnert an den Merkantilismus, da die Nationen selbst ihren Export verstärken wollten und gleichzeitig den Import durch Zölle beschränkten.
  • Da jedoch alle so zu handeln versuchten, profitierte letztlich niemand, sondern der internationale Handel kam zum Erliegen.
  • Es gab ein großes Überangebot an Waren, da diese nicht mehr durch Export abgesetzt werden konnten.
  • Dadurch mussten Unternehmen ihre Produktion einschränken, was wiederum zur Freisetzung von Arbeitskräften führte.
  • Die steigende Arbeitslosigkeit senkte die Konsumkraft, was zu einem Teufelskreis führte, da die Produktion so weiter eingeschränkt werden musste.

Deutschland

Deutschland vor dem Crash

Hyperinflation

  • Die Hyperinflation von 1922/23 vernichtete viele Vermögenswerte und schädigte das Vertrauen in den Staat.
  • Deshalb meinte Reichskanzler Brüning eine deflationäre Politik betreiben zu müssen.
  • Er wollte durch Einsparen von Sozialausgaben, Erhöhung von Steuern und Kürzung der Gehälter für Arbeiter im öffentlichen Dienst den Geldwert stabil halten.
  • Allerdings führte dies zu einem Rückgang der Konsumkraft.
  • Bedingt dadurch musste die Produktion eingeschränkt werden, um eine Überproduktion zu verhindern.
  • Dies hatte zur Folge, dass die Arbeitslosigkeit stark anstieg, bis sie schließlich im Februar 1932 ihren Höhepunkt von 6,12 Millionen Arbeitslosen erreichte. Das entsprach 16,3% der Gesamtbevölkerung und etwa der Hälfte der Beschäftigten.

  • Die Produktionskapazität fiel auf 45%.
  • Auf diese Weise wurde die Krise durch Brünings Deflationspolitik erheblich verschärft.

Abwärtstrend in Deutschland

  • Im Mai 1927 gab es einen kleineren Crash der Berliner Börse, woraufhin staatliche und private Investitionen in den Folgejahren zurückgegangen sind.
  • Es lässt sich daher ein Abwärtstrend der deutschen Aktienkurse seit 1927 beobachten.

Reparationszahlungen

  • Zusätzlich litt Deutschland unter den Reparationszahlungen, die es in Folge der Krise nur schwer zurückzahlen konnte.

Bankenkrise

  • Bei den Banken herrschte gegenseitige Konkurrenz, feindliche Übernahmen, spekulative Wertpapier- und Warengeschäfte und Expansion.
  • Dadurch hatten die Banken teilweise weniger Eigenkapital als sie zu haben schienen.
  • Deutschland hatte hohe Kredite aus dem Ausland angenommen, wovon es die meisten innerhalb von drei Monaten zurückzahlen müsste. Doch wurden die Kredite regelmäßig verlängert. Bei Nichtverlängerung drohten einigen Banken sogar die Illiquidität, da die Kredite auf längeren Zeitraum investiert worden waren, um die Wirtschaft anzukurbeln.
  • Als die Banken im November 1930 in den USA und Frankreich in eine Krise gerieten, zogen sie den ausländischen Banken die Kredite ab.
  • 1931 hatte sich die Österreichische Creditanstalt bei einer Übernahme übernommen und es wurde befürchtet, dass auch die Banken in Deutschland in eine Krise geraten könnten.
  • Brüning erklärte die Reparationen im Juni 1931 aus innenpolitischen Gründen als unerträglich. Dies gab den Anschein, dass das Deutsche Reich zahlungsunfähig sei und führte dazu, dass Divisen von mehreren Milliarden Reichsmark abgezogen wurden.
  • Im Juli 1931 wurde eine der Berliner Großbanken illiquide.
  • Niemand hatte mehr Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der deutschen Banken und es gab einen Ansturm der Bevölkerung, die ihr Geld wiederhaben wollte.
  • Auch erinnerte die schlechte Situation an die Hyperinflation, weshalb viele Bürger ihr Kapital von der Bank abziehen und in Sachwerte investieren wollten.
  • Die Banken mussten für mehrere Tage geschlossen werden, die Börse gleich für mehrere Monate.

Maßnahmen zur Überwindung

  • In Amerika wurde das Konjunkturprogramm New Deal von Präsident Roosevelt eingeführt. Dieses bestand unter anderem aus großen staatlichen Investitionen um Arbeitsplätze zu schaffen.
  • Die Amerikanische Wirtschaft erholte sich mit der Kriegsproduktion für den zweiten Weltkrieg schließlich vollständig.
  • Großbritannien und alle Länder mit Pfund-Währung koppelten den Pfund vom Goldstandard ab, wodurch der Pfund 20% abgewertet wurde, um so den Export durch niedrigere Preise zu beleben.
  • Deutschland hingegen konnte keinen richtigen Ausweg aus der Krise finden:
  • Brünings Deflationspolitik setzte darauf die Krise durch einen hohen Export zu überwinden, was aber wegen den Schutzzöllen und anderen Maßnahmen anderer Länder scheiterte.
  • 1932 wurde Brüning entlassen.
  • Schon zu seiner Amtszeit fand die nationalsozialistische Partei NSDAP einen starken Zuwachs von 2,6% auf 18,3%. 1932 wurden sie mit 37,4% stärkste Partei.
  • Diese Entwicklung lässt sich auf die schlechte Situation der Bevölkerung bedingt durch die Weltwirtschaftskrise zurückführen, da die NSDAP einen Ausweg aus der Krise versprach ohne dabei wie Brüning es tat die Bevölkerung zu belasten.
  • Deshalb lässt sich sagen das die Weltwirtschaftskrise den Aufstieg des Nationalsozialismus stark begünstigt, wenn nicht sogar gefördert hat.
Schluss
  • Weltwirtschaftskrisen können, wie bereits zu Anfang angedeutet, immer wieder auftreten.
  • Ein Unterschied zu damals ist, dass der Weltmarkt durch die wirtschaftliche Globalisierung schneller erfasst wird.
  • Auch sind Kriege und vorwiegend die Ängste davor potentielle Auslöser einer Weltwirtschaftskrise. Denn heute wird es vermutlich keine so starke Rüstung mehr geben, die ja immer einen Aufschwung der Wirtschaft mit sich brachte, sondern Atomkriege sorgen für Ängste.
  • Vor allem Kriege um Ressourcen sind gefährlich, da die weltweite Versorgung in Gefahr gerät. Dies zeigte bereits der Irakkrieg, der die Börsen stark belastete.
  • Aber auch Terrorismus wie der Anschlag des 11. Septembers können starke Auswirkungen auf die Wirtschaft haben.
  • Deshalb glaube ich, dass uns Weltwirtschaftskrisen, wenn vielleicht auch nicht in dem Ausmaß von 1929, nicht erspart bleiben werden.
Kategorie: Geschichte | Kommentare (35)
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