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Bruegel - Die Jäger im Schnee

von Friedemann Winkler

  • Kunst-Referat (Jahrgang 12)
  • 10 Minuten
  • 13 Punkte

Ich erzähle euch jetzt etwas über das Bild „Jäger im Schnee“ von Pieter Bruegel. Zuerst werde ich Bruegels Leben kurz zusammenfassen und dann zu der Beschreibung des Bildes kommen.

Leben von Pieter Bruegel:

  • Pieter Bruegel der Ältere gilt als der bedeutendste niederländische Künstler des 16. Jahrhunderts
  • Sein malerisches Werk ist mit etwas mehr als 40 Gemälden überschaubar, aber gleichzeitig von einer überraschenden thematischen Vielfalt
  • Religiöse Stoffe, allegorische Themen, Genremotive, satirische Darstellungen und reine Landschaften
  • Außerdem hat er als Zeichner von Vorlagen für Druckgraphik gearbeitet
  • Über das Leben von Pieter Bruegel ist nicht viel bekannt
  • Er wurde zwischen 1526 und 1530 als einfacher Bauer in der Nähe von Breda geboren
  • 1551 ist er in die Antwerpener Malergilde eingetreten
  • 1552 hat er auf einer Reise nach Italien und Frankreich Motive und Erfahrungen gesammelt
  • 1563 war seine Heirat mit Mayken van Aelst
  • Nach dem Umzug im selben Jahr wurden 1564 und 1568 zwei Söhne, Pieter und Jan geboren
  • 1569 starb Bruegel

 

Die Jäger im Schnee

  • Erstes und zugleich bedeutendstes Winterbild der europäischen Malerei
  • Es stammt aus einem fünf Bilder umfassenden Zyklus, in dem verschiedene Jahreszeiten dargestellt werden
  • Dieses Bild ist für Januar und Februar
  • Das Wesen einer verschneiten Landschaft in ihrer Erstarrung und Kälte ist beispielhaft eingefangen
  • Thema Heimkehr von der Jagt
  • Drei dunkel und winterlich gekleidete Männer kommen von links auf einem mit hohen, kahlen Bäumen bestandenen Vorsprung ins Bild
  • Sie sind ausgerüstet mit Spießen, Fangeisen und Beuteln
  • Die dunklen Figuren heben sich stark vom weißen Schnee ab
  • Keine Beute, außer einem kleinen Fuchs, der mehr eine Trophäe als Nahrung ist
  • Begleitung von einer bunt zusammen gewürfelten Hundemeute
  • Links, vom Bildrand beschnitten steht ein Wirtshaus
  • Davor machen sich ein Mann und eine Frau an einem Feuer zu schaffen
  • Ein Kind steht dabei, während ein weiterer Mann einen Tisch heranschleppt und eine Frau mit einem Bündel Stroh aus der Tür kommt
  • Es handelt sich hier um die für Winterszenen übliche Darstellung des Schweinesengens
  • Das Wirtshausschild, geschmückt mit einer Darstellung der Hubertus- oder Eustachius-Szene – beides Jagdpatrone – und der Aufschrift „Dit is In den Hert“, also „zum Hirschen“ hängt schief herab
  • Hinter dem Wirtshaus fällt die Landschaft in einem sanften Hübel in die Ebene ab
  • Auf dem Abhang stehen weitere Bauernhäuser
  • Hier ist ein kleines Dorf mit Kirche, umgeben von einem Fluss und zugefrorenen Weihern, auf denen sich viele Menschen mit Winterspielen wie Eisstockschießen, Eishockey, Schlitten- oder Schlittschuh fahren beschäftigen
  • In dem Haus hinter der Kirche ist ein Kaminbrand ausgebrochen, man sieht die Leute bei dem Versuch zu löschen und mit einer Leiter auf das Dach zu klettern
  • Da hinten rechts ist eine schroffe Berglandschaft abgebildet, an deren Fuß sich ein burgartiger Gebäudekomplex befindet
  • Hinten links ist eine größere Stadt, die ans Meer grenzt
  • Die rechte untere Bildecke nimmt eine große Mühle ein, an deren Rad große Eiszapfen hängen
  • Eine Brücke, auf der eine Frau mit einem Reisigbündel geht, führt zur anderen Seite hinüber
  • Auf dem in die rechte untere Bildecke mündenden zugefrorenen Wasserlauf zieht eine Frau eine Gefährtin bildeinwärts, was auf der unteren Ebene auch dem Motiv der Heimkehr entspricht
  • Der Mann da fängt Vögel

 

Farben:

  • Auf dem Bild herrschen vor allem kaltes Weiß, Grau und grünliches Blau
  • Dadurch entsteht eine winterliche Atmosphäre
  • Dazu kommen braune und schwarzgraue Töne
  • Starke, harte Kontraste
  • Das Weiß des Schnees bindet die gesamte Darstellung zu einer Einheit zusammen, während die Menschen und Tiere als dunkle Flecken das Bild beleben

 

Komposition

  • Bei der Komposition handelt es sich um eine diagonale Überschaulandschaft mit so genanntem Altan-Motiv, also mit einem erhöhten Vorsprung in der linken Hälfte, von dem aus man auf eine weite, tiefer liegende Landschaft blickt
  • Die linke Seite hier dient also der Nahansicht und die rechte der Fernsicht
  • Die Grenzen des Bildes bilden links das stark beschnittene Wirtshaus und rechts das hoch aufragende Gebirge
  • Die vertikale Achse ist durch die dunklen, senkrechten Stämme der Bäume betont, die vom oberen Bildrand beschnitten sind und perspektivisch in das Bild hineinführen
  • Dadurch wird auch die Bewegungsrichtung der Jäger und Hunde betont
  • Die dominierende Achse ist die Diagonale von links unten nach rechts oben, betont durch die Enden der Baumstämme, die Bewegungsrichtung der Jäger und Hunde und die Ufer der Wasserflächen
  • Die räumliche Darstellung ist sehr gut gelungen in diesem Bild
  • Durch Unterschiede zwischen Nah und fern, wie hier bei den Brombeersträuchern und den Bäumen dahinter gewinnt das Bild an Tiefe
  • Der Eindruck von einem großen, leeren Raum wird durch den schwebenden schwarzen Vogel hier geschaffen, wenn man den wegnimmt, sieht das Bild gleich viel flacher aus
  • Der Hügel fällt auffallend steil zur mittleren Bildhälfte ab, da gibt es eigentlich gar keine Verbindung, darum ist es ein bisschen verwirrend, dass die Jäger da so zielstrebig drauf zugehen.
  • Mit diesem Mittel wird die vordere Bildhälfte besonders hervorgehoben

 

Aussage und Wirkung

  • Liebevolle Schilderung des Alltags
  • Naturgetreue Landschaftsdarstellung, wobei das Bild aus der Renaissance stammt und daher der Begriff Naturgetreu nicht so zu verstehen ist, dass es damals wirklich genau so ausgesehen hat
  • Idealisierung des Naturvorbildes
  • Darstellung der Schwere des Daseins und die Härte der sozialen Realität
    • wenig Nahrung, Stillstand (Mühlrad, niemand repariert das schief hängende Schild)
    • Schild stellt einen Schutzpatron der Jäger dar und steht damit ironisch für deren Pech bei der Jagd
    • Jagt ist weder Vergnügen, noch Zeitvertreib, sondern nur Erschöpfung und Mühsal, besonders unter diesen Wetterbedingungen
    • Gegensatz zu anderen Jagddarstellungen, auf denen häufig adlige mit Pferden in freundlichen Farben dargestellt werden
  • Heimkehr: Ende der strapazierenden Jagd
    • Wärme (Feuer)
    • Essen (Schweinesengen)
  • Detailverliebtheit (winzige Menschen, alle mit unterschiedlichen Posen, Kaminbrand)
    • Hat an alles gedacht, man sieht sogar Menschen, die auf dem Eis ausgerutscht und hingefallen sind
Kategorie: Kunst | Kommentare (7)
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