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Der Pianist (Filmvorstellung)

von Franziska Lupberger

  • Filmvorstellung (Jahrgang 13)
  • 30-40 Minuten
  • 14 Punkte

 
Ich werde heute mein GFS zum Film „Der Pianist" halten. Er wurde vom Regisseur Roman Polanski im Jahre 2002 gedreht. Der Film handelt von einem Juden namens Wladyslaw Szpilman, der den Nationalsozialismus des 2. Weltkrieges überlebt hat. Die Handlung beruht auf einer tatsächlichen Geschichte.

Ich möchte euch nicht nur vom Film erzählen, sondern euch zuerst die äußeren Umstände erläutern und den Film in die Geschehnisse einordnen.

 

Ich habe das GFS wie folgt gegliedert:

  1. möchte ich euch was über die politischen Umstände vor Kriegsbeginn erzählen, konkret, dem Nichtangriffspakt von Hitler und Stalin
  2. möchte ich dann zum Kriegsbeginn am 1. September beginnen und die Gründe warum es zum Krieg gegen Polen kam. Hiermit inbegriffen die Aufteilung Polens.
  3. will ich schließlich die Behandlung der Menschen (Juden und Polen zusammen) beschreiben, ehe ich zum 4. Punkt Behandlung der Polen und dem 5. Punkt die Behandlung der Juden während des Krieges kommen möchte (hierbei Filmausschnitte)

Als 6. Punkt will ich schließlich die Handlung des Filmes kurz beschreiben

 und weitere Filmausschnitte zeigen, wie zur Rettung von Szpilman und der Rückzug der Deutschen.

Abschließend als Punkt 7 möchte ich erzählen, warum dieser Film einem persönlich sehr nahe geht.


  1. Der Nichtangriffspakt von Hitler und Stalin (karte vor krieg suchen, interessen einmalen)

Am 23.8.1939 wurde der so genannte Nichtangriffspakt zwischen der Sowjetunion (Stalin) und dem deutschen Reich (Hitler) in Moskau abgeschlossen. Dies war für die ganze Welt sehr überraschend.

Der Pakt beinhaltet, dass es kein gegenseitiger Gewaltakt zwischen dem deutschen Reich und der Sowjetunion gibt und dass sie gegenseitig keinen Gruppen beitreten, die sich gegen den jeweiligen Partner richten. Gemeinsame Sache wollte Stalin mit Hitler aber nicht machen.

Doch es gab ein geheimes Zusatzprotokoll, was niemand außer dem deutschen Reich und der Sowjetunion wusste. Dieses Protokoll teilte Polen in Interessensphären des deutschen Reichs und der Sowjetunion auf.

?Die nördliche Grenze Litauens ist auch die Grenze der Interessensphären. Polen wird wie folgt aufgeteilt: Flüsse Narew, Weichsel und San teilen die Interessen. Ob es weiterhin einen polnischen Staat geben wird, oder nicht, wird erst später geklärt.

 

  1. Der Krieg

Am 1. September 1939 wird Polen von den Deutschen im Westen überfallen. 16 Tage später marschieren auch die Truppen der Sowjetunion im Osten Polens ein. Der Vorwand zum Einmarsch der Sowjets war zum Schutz der weißrussischen-ukrainischer Bevölkerung. Die Regierung Polens floh letztendlich nach London und Warschau kapitulierte am 27.9.

Die Ziele der Besatzungspolitik von Hitler waren:

1)    Die Ausschaltung der polnischen Intelligenz und die Zerstörung der polnischen Nation. Mit Millionen von Toten wurde gerechnet, der Beschluss zur Vernichtung aller Juden kam jedoch erst 1941.

2)    Vorverlegung der deutschen Ostgrenze und der Erweiterung des „Lebensraum im Osten"

3)    Stärkung der deutschen Kriegswirtschaft durch Zwangsarbeit und materielle Ressourcen.

 

Polen wurde entgegen der Aufteilung der Interessensphären in drei Teile aufgeteilt. In den sowjetischen Teil, der sofort zur Sowjetunion annektiert wurde, in Warthegau und Generalgouvernement. (Karte) Warthegau sollte völlig von den Polen und Juden bereinigt, eingedeutscht und zu Deutschland annektiert werden. Warschau, in dem der Film handelt, gehört zum Generalgouvernement, also zum Gebiet, das von den Deutschen besetzt war.

Das Generalgouvernement wurde von Hans Frank geführt und zusammen mit Himmler lenkte er die Ausrottungspolitik, um die Germanisierung vorzubereiten. Hierzu bildete er Einsatzgruppen aus Angehörigen der geheimen Staatspolizei (Gestapo), dem Sicherheitsdienst (SD), der Schutzstaffel (SS) und der Polizei um die
Verfolgung und Vernichtung der Juden, den Angehörigen der polnischen Führungsschicht, dem Adel und dem Klerus durchführen zu können.


 

  1. Behandlung der Menschen (Polen und Juden)

Ab Dezember 1939 kam es zu Massendeportationen von Polen und Juden aus dem Warthegau ins Generalgouvernement, da Warthegau eingedeutscht und mit Deutschen besiedelt werden sollten. Dies führt auf den Generalplan Ost, der die Germanisierung und ethnische Umstrukturierung, sowie die Ausrottungspolitik beinhaltet, Heinrich Himmlers zurück.

Ab 1941 wurden verstärkt Kinder, Frauen und Männer einfach erschossen und in Massengräbern vergraben.

Bis Ende 1941 fielen über eine halbe Millionen Menschen dem durchorganisierten Massenmord mit Erschießen zum Opfer. Davon waren 9/10 Juden.

 

 

  1. Behandlung der Polen

Die Ausweise der Polen wurden durch „Kennkarten" ersetzt.

Das Ziel der Deutschen war es, die Polen zu einem minderwertigen führerlosen Arbeitsvolk für Deutsche zu machen.

Um dies zu erreichen gab es in Polen keine höhere Schule mehr, sondern nur die Volksschule bis zur vierten Klasse. In der Schulzeit sollten die Polen nur rechnen bis 500, schreiben ihres Namens und das Gebot, dass der Pole sich den Deutschen gegenüber brav und ehrlich, sowie fleißig und gehorsam verhalten soll, lernen. Lesen wurde nicht als notwendig angesehen.

Als die beiden einzigen Möglichkeiten auf eine höhere Schule zu kommen, war ein Antrag der Eltern an die Führerschicht der SS bzw. der Polizei zu stellen oder jährlich an den Prüfungen aller 6-10 jährigen Kinder des Generalgouvernements teilzunehmen.

Entsprach das Kind den Bedingungen der Deutschen, sah rassisch aus, war blutlich wertvoll und tadellos, so wurde das Kind nach Deutschland gebracht und ging dort zur Schule.

Insgesamt wurden dadurch 200 000 Kinder nach Deutschland verschleppt. Davon kamen 2/3 nie mehr zu ihren Familien zurück.

Durch die Germanisierung wurden auch Polen grundlos erschossen. Lehrer, Politiker, Ärzte, polnische Geistliche, Arbeiter und Gewerkschaftler wurden hauptsächlich in Konzentrationslager gebracht.

 

  1. Behandlung der Juden

Schon ab September 1939 wurden Juden in größeren Städten an Eisenbahnlinien konzentriert.

Ab 1. Dezember 1939 mussten die Juden im Generalgouvernement Armbinden mit einem Davidstern tragen. Folglich waren sie für die Deutschen erkennbar und konnten schikaniert und gequält werden. Ein Beispiel aus dem Film als der Vater Wladislaw Szpilmans auf dem Weg nach Hause ist, wird er von Deutschen aufgehalten zum Knicks gezwungen und schließlich geschlagen, anschließend durfte er nicht weiter auf dem Gehsteig laufen und musste in den Straßengraben gehen.

In den besetzten Gebieten wurden Ghettos für Juden eingerichtet. Im Film wurden die Juden Warschaus gesammelt am 31.10.40 deportiert (BILD). Die Ghettos waren überfüllt, da alle Juden Europas in diese deportiert wurden. In den Ghettos herrschten katastrophale Lebensbedingungen, an denen viele Juden starben. Ich möchte euch jetzt einen Filmausschnitt zeigen, der zeigt, wie die Juden im Ghetto von den Deutschen schikaniert wurden(FILMAUSSCHNITT).

Die Juden wurden zur Zwangsarbeit, Angabe ihres Vermögens und zur Enteignung ihrer Häuser, Werkstätten und Fabriken gezwungen.

Ab Frühjahr 1941 waren 200 Zwangsarbeitslager für Juden eingerichtet, in denen unmenschliche Lebensbedingungen herrschten und es wenig Nahrung gab. Auch Szpilman musste in so einem Lager arbeiten, bevor er flüchtete, da er die harte Arbeit körperlich nicht ausgehalten hat.

1941 wurde die Ermordung aller Juden im deutschen Machtbereich beschlossen. Im Dezember fing man an Juden mit Abgasen zu vergasen. Auch medizinische Versuche wurden mit Juden durchgeführt.

Später wurden sie in die Vernichtungslager gebracht. Die Vernichtungslager im Generalgouvernement waren: Belzec, Sabibor und Treblinka, zu dem die Juden im Film gebracht wurden. Hier ein weiteres Bild, das zeigt, wie die Deportation der Juden aussah. Szpilman musste mit ansehen wie seine Familie und Freunde „verladen" wurden. Danach ging er verzweifelt durch die Straße. Hier ein Bild und ein Kommentar dazu.

 

  1. Handlung des Film

Wladislaw Szpilman ist ein berühmter Pianist und Jude, der im polnischen Rundfunk arbeitet. Er wohnt mit seiner Familie in Warschau und wird von den ständig neuen Erlassen der Deutschen, wie zum Beispiel, dass Juden nicht mehr auf Parkbänke sitzen dürfen oder dass jede Familie nur 3000 sloti besitzen darf, schwer getroffen. Schließlich werden seine Familie und er, wie alle Juden, in das Warschauer Ghetto umgesiedelt. Bild von vorher. Hier herrschen schlimme Bedingungen und große Armut, sowie viel Grausamkeiten, wie zum Beispiel, dass Deutsche Häuser überfallen und alle Menschen töten oder die Schikanen, wie wir vorher im Filmausschnitt gesehen haben.

Als die gesamte Bevölkerung des Ghettos bis auf wenige Ausnahmen, die Zwangsarbeit leisten sollten, in das Vernichtungslager nach Treblinka gebracht werden, wird er von einem Polizisten aus der Menge gezogen und somit gerettet. Hier beginnt seine wunderbare Geschichte des Überlebens.

Zunächst leistet er Zwangsarbeit bis er am Ende seiner Kräfte angelangt und seinen Kameraden um Hilfe bittet. Der Freund soll ehemalige Freunde Szpilmans ausfindig machen, die ihn schließlich verstecken. Immer wieder muss er sein Versteck wechseln und oft ist er dem Tod sehr nahe. So bekommt er den Warschauer Ghettoaufstand vom 19.4.1943 bis zum 16.5.1943 in seinem Versteck an der Ghettomauer mit. Nachdem die deutschen immer weiter zurückgedrängt werden und abrücken müssen, zerstören sie alle Häuser. Wladislaw muss wieder einmal flüchten.

In einem Haus, das noch einigermaßen in Schuss ist, versteckt er sich schließlich. Hier findet er auch etwas zu essen und hier begegnet er dem Deutschen Hauptmann Wilm Hosenfeld.

Ich möchte euch nun ein weiterer Filmausschnitt zu dieser Begegnung zeigen.

 

Der Hauptmann hilft Szpilman und bringt ihm immer wieder Essen.

Das Ende des Krieges zeichnet sich immer mehr ab und die Deutschen werden immer weiter zurückgedrängt und rücken ab. Szpilman verliert jedoch Mut, wenn er an die Straßenkämpfe der Sowjets denkt. Der Hauptmann muntert ihn jedoch mit den Worten: „Da Sie und ich über fünf Jahre diese Hölle durchgestanden haben, ist es offenbar göttlicher Wille, dass wir überleben. Man muss daran glauben." Orginalzitat aus dem Buch Szpilmans.  Dazu ein weiterer Filmausschnitt.

Am Ende des Krieges, als alles überwunden scheint, geht Szpilman mit seinem deutschen Mantel auf die Straße und wird beschossen, ehe die Soldaten erkennen, dass er Pole ist.

 

Hier möchte ich nach seiner Rettung ein Kommentar in seinem Buch vorlesen:

Ich machte eine kleine Puase, um Luft zu schöpfen. Ich sah in den Nordteil der Stadt hinüber, dorthin, wo das Getto gewesen war, wo man eine halbe Million Juden ermordet hatte - nicht war geblieben. Selbst die Wände der ausgebrannten Häuser hatten die Deutschen platt gemacht.

Von morgen an musste ich ein neues Leben beginnen. Aber wie, wenn hinter einem nur der Tod lag? Welche Lebenskräfte konnte man aus dem Tod schöpfen?

 

Szpilman beginnt nach dem Krieg wieder mit dem Klavierspiel. Seinen Retter kann er jedoch nicht ausfindig machen.

Wilm Hosenfeld stirbt 1952 in einem russischen Gefangenenlager.

 

  1. Warum geht einem die Geschichte so nahe?

Am letzten Punkt angelangt, möchte ich klären, warum dieser Film jemandem so nahe geht.

Zahlen, wie insgesamt wurden 6 Millionen Juden umgebracht, 2,3 Millionen Menschen Zwangsumgesiedelt und 2,5 Millionen mussten Zwangsarbeiten, sind große Zahlen und schreckliche Zahlen. Trotzdem beeindrucken sie einen nicht wirklich. Diese Zahlen sind so groß, dass man sich die Ausmaße nicht wirklich vorstellen kann.

Der Film „der Pianist" stellt ein Einzelschicksal vor. Der Zuschauer identifiziert sich mit der Person des Wladislaw Szpilman und leidet mit ihm. Erst an solchen Einzelschicksalen können die grausamen Taten und deren Auswirkungen deutlich gemacht werden. Hier erlangen diese Taten ein Bild, wie es für die einzelnen war.

Mich persönlich hat dieser Film extrem beeindruckt und geschockt. Wie so ein guter Mensch so viel Böses durchmachen konnte und dies überlebt hat. Szpilman hat viele Grausamkeiten gesehen und immer die Motivation gehabt weiter zu machen. Ich bewundere diese Motivation und den Lebenswillen. Zudem habe ich großen Respekt vor dem deutschen Hauptmann Wilm Hosenfeld.

 

Abschließend ist zu sagen, dass ich euch diesen Film empfehle.

 

 

Meine Quellen für dieses GFS waren:

Das Internet mit wikipedia für Bilder

http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/index.html

http://www.unsere-ahnen.de/polen/territo/daten.htm

 

Das Geschichtsbuch

Das Buch der Pianist - mein wunderbares Überlebenvon Szpilman selbst

Und schließlich der Film

 

Danke für eure Aufmerksamkeit

Kategorie: Kunst | Kommentare (8)
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