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Edward Hopper - Die Nachtschwärmer (Klausur)

von Dennis Theurer

  • Kunst-Arbeit (12. Klasse)
  • 2 Stunden
  • 13 Punkte

Aufgabe

Es liegt vor: „Die Nachtschwärmer" von E. Hopper.

  1. Beschreiben Sie die Abbildung!
  2. Untersuchen Sie den Einsatz der gestalterischen Mittel und zeigen Sie deren Wirkung auf!
  3. Interpretieren Sie die Rollen der dargestellten Menschen

1.

Auf dem Bild „Nachtschwärmer" von Edward Hopper aus dem Jahre 1942 ist eine Bar zu sehen.

Der Betrachter befindet sich außerhalb der Bar auf der Straße und schaut durch die Glasfenster in die Bar hinein, die gleichzeitig ein Eckhaus der Straße ist.

Es ist Nacht und die Straße, sowie die im Hintergrund liegende Häuserreihe wird durch das durch die Fenster nach außen dringende Licht der hell erleuchteten Bar beleuchtet.

In dieser Bar befinden sich vier Personen, drei Männer und eine Frau. Einer von ihnen ist der Wirt, der sich im Inneren der dreieckigen Theke befindet. Er ist in weiß gekleidet und trägt eine weiße Kopfbedeckung, die einem Kochhut ähnelt. Er ist gebückt, so dass seine Hände wegen der Theke nicht mehr zu sehen sind. Dabei ist sein Kopf aber nach vorne gerichtet, vermutlich in Richtung auf einen an der Theke sitzenden Mann. Die drei übrigen Personen sitzen von außen, also nicht auf der Seite, auf der sich der Wirt befindet, an der Theke.

Ein Mann und die Frau sitzen zusammen, ungefähr in Richtung auf den Betrachter. Der Mann ist in einem dunklen Anzug gekleidet und trägt einen grauen Hut. Mit seinen Armen stützt er sich auf die Theke. Sein Blick ist scheinbar auf den Wirt gerichtet.

Die Frau neben ihm ist in einem roten Kleid gekleidet, hat rote lange Haare und schaut auf einen kleinen Gegenstand, den sie in der rechten Hand hält.

Der übrige Mann sitzt an der anderen Seite der Theke allein und vom Betrachter abgewendet. Er ist ebenfalls in einem dunklen Anzug und Hut gekleidet.

Auf der Theke befinden sich mehrere Gewürze und Tassen, sowie zwei Maschinen.

Die Wände der Bar sind hellbraun und es gibt eine etwas dunklere Tür im Hintergrund.

Über dem Lokal steht der Name „PHILLIE S" und weiterer Text, der nicht ganz lesbar ist.

2.

In dem Bild wurde sehr stark mit Licht und Schatten gearbeitet. Durch das sehr hell erleuchtete Lokal wird auch die Straße hell erleuchtet. Hingegen die Stellen, die nicht vom Licht bestrahlt werden, sind sehr dunkel und werfen kontrastreiche Schatten, wie zum Beispiel die Außenwand des Lokals. Auf diese Weise sind natürlich das Innere der Bar wesentlich bedeutender, aber auch die sich in der Nacht sonst dunkle und menschenleere Umgebung wird von dem Licht, dem Nachtleben, bestrahlt und wirkt dagegen düster und verlassen. Dies ist also ein Gegensatz, der auch durch ein anderes gestalterisches Mittel deutlich wird.

Zwischen der Umgebung und dem Inneren des Lokals gibt es zahlreiche Helldunkel-Kontraste, die durch die starke Beleuchtung zustande kommen. Zum Beispiel bildet die Außenwand des Lokals mit dem Inneren, der hell erleuchteten Wand einen Helldunkel-Kontrast, sowie die nach außen auf die Straße von der Wand geworfenen Schatten mit der hellen, grauen Straße selbst. Diese Verstärkung des Gegensatzes zwischen Nachtleben und Nachtruhe wird auch noch durch die Farbgebung unterstrichen. Fast alle verwendeten Farben sind rot- oder braungetrübt. Der Rand an den Fenstern des Lokals ist hingegen hellgrün und bildet mit der fast schwarzen Außenwand einen Helldunkel-Kontrast. Aber auch gibt es zwischen diesem Grün und der dahinter liegenden rotbraunen Theke einen Komplementärkontrast. Dadurch wird das Lokal von der Umgebung draußen noch einmal besonders abgetrennt.

Die Perspektive lässt sich zunächst schlecht erkennen, da es wenig parallele Linien gibt, die man auf einen Fluchtpunkt hin untersuchen könnte, sondern alles scheint schräg zueinander, wie zum Beispiel die dreieckige Theke. Insgesamt handelt es sich aber um eine wirklichkeitsgetreue Perspektive.

Die Stimmung des Bildes ist ruhig und gemütlich, was durch die warmen Farben zustande kommt.

3.

Der Wirt scheint die anderen Personen zu bedienen und befindet sich vermutlich im Gespräch mit den Gästen, da er nicht auf das guckt, was er tut, sondern einen der Gäste anguckt. Die drei übrigen Personen scheinen zunächst gerade eine Pause vom nächtlichen Dienst zu machen, da die Männer in der Nacht in Anzügen gekleidet sind. Allerdings hätte die Frau dann kein Kleid an, die zu einem der Männer zu gehören scheint, da sie neben ihm sitzt. Daraus und weil Anzüge 1942 nicht ungewöhnlich als Alltagskleidung waren, lässt sich schließen, dass sie in ihrer Freizeit da sind. Ob der Mann und die Frau ein Paar sind, ist fraglich, da sie einander nicht berühren oder beachten. Der andere Gast scheint wegen seines Abstandes nicht zu den anderen zu gehören. Die Gäste haben sich vermutlich im Lokal nach einem anderen Ereignis oder einem langen Arbeitstag eingefunden, um sich noch zu unterhalten oder den Tag „abklingen" zu lassen, da sich die Frau sonst nicht extra für so ein Lokal ein Kleid angezogen hätte.

Die drei Gäste stützen sich auf der Theke ab und die zwei, bei denen es erkennbar ist, sind nicht am Reden oder sonst schwer beschäftigt. Deshalb scheinen sie erschöpft und gelangweilt zu sein und warten vielleicht auf jemanden oder haben keine Lust aufzubrechen. Die Gäste scheinen durch ihre Kleidung wohlverdienend oder zumindest nicht arm zu sein. Deshalb ist es umso mehr denkbar, dass sie einen harten, langen Arbeitstag hatten und sich davon noch ein wenig ausruhen müssen. Dass einer der Männer ganz alleine sitzt, spricht dagegen, dass sie abends losgezogen sind, um jemanden kennen zu lernen oder aber die Verabredung/das Date war kein Erfolg. So könnte es sich aber auch mit den zwei zusammen sitzenden verhalten haben, da sie sich keinerlei Beachtung schenken und gleichgültig und gelangweilt gucken. Sie scheinen sich deshalb zumindest nicht zu lieben.

Kategorie: Kunst | Kommentare (17)