1586134 Besucher [166 Heute]
Max Liebermann - Frau mit Geißen in den Dünen

von Dennis Theurer

  • Kunstreferat (12. Klasse)
  • 5-10 Minuten
  • 13 Punkte

Hinweis: das Referat ist nicht als Text ausformuliert, sondern in Form von Stichpunkten gefasst, die in der Reihenfolge zu einem kompletten Referat verwendet werden können.

Frau mit Geißen in den Dünen
von Max Liebermann

Biographie

  • *1847 Berlin † 1935 Berlin
  • Sohn eines jüdischen Fabrikanten
  • galt als Hauptvertreter des deutschen Impressionismus
  • studierte Philosophie und Kunst und bildete sich anschließend in Paris weiter
  • er wird dort als erster Deutscher nach dem Krieg von 1870/71 mit einer "mention honorable" ausgezeichnet. In der Heimat wird dies mit Missfallen angesehen, Nationalisten werfen dem Maler moralisches Überläufertum und Vaterlandslosigkeit vor.
  • Die Annahme des Ordens der Ehrenlegion 1890 verbietet die preußische Regierung.
  • Liebermann spezialisiert sich auf Darstellungen des Menschen und seiner Arbeit und einfachen Szenen aus den Waisen- und Altmännerhäusern, Bürgerschulen und Straßenalltag.
  • → von den einen wegen ihrer Schlichtheit in Auffassung und Darstellung gerühmt, von den andern abgelehnt.
  • 1932 wird er zum Ehrenpräsidenten der Preußischen Akademie der Künste ernannt
  • 1933 wird ihm von den Nationalsozialisten Arbeitsverbot erteilt und die Akademie beschließt keine Bilder jüdischer Künstler mehr auszustellen

Bildbeschreibung

  • 1890 mit Öl auf Leinwand
  • Impressionismus: Konturen weich, Pinselduktus erkennbar, Farbe dick aufgetragen
  • leere, karge, große Dünenlandschaft in Grün- und Brauntönen, die ⅔ des Bildes einnimmt
  • auf ihr ein kleiner Pfad, dessen Ende man nicht sieht, der bis zum Horizont geht
  • Himmel ist bewölkt und trübe
  • alte Frau in lumpiger Arbeitskleidung, die den Pfad entlanggeht
  • zieht hinter sich eine Ziege, die sich sträubt und in die andere Richtung will
  • eine zweite Ziege geht neben ihr her, den Kopf gebeugt
  • die eine Ziege ist männlich, die andere weiblich
  • Bild ist in dunklen, „dreckig"-aussehenden Farben gemalt, die einen traurigen, hoffnungslosen Eindruck vermitteln

Interpretationsansätze

  • Kein Ansatz berücksichtigt alles, was man sieht.
  • Unterschiede der Geschlechter:
    • das weibliche Tier wird als schwach abgebildet, es „trottet" neben der Frau her.
    • das männliche Tier widersetzt sich und scheint stark zu sein.
    • das weibliche Tier darf frei laufen, während das männliche geleint sein muss.
  • Gegensatz zwischen Mensch und Natur:
    • Ziege will nicht mit, wird aber gezwungen
  • Ansätze des Antisemitismus oder Widerspiegelung seiner Lebenseinstellung:
    • Es wird ein langer Weg ins Nichts gezeigt. Dies wird durch den Pfad auf einen Horizont, der nichts Bestimmtes zeigt sichtbar.
    • könnte für schlechte Zukunft stehen.
    • Die dunklen Farben bedeuten Hoffnungslosigkeit.
    • Das Fehlen von Farben, die Monotonie betonen, dass der lange Weg nichts Optimistisches hat.
    • Er ist diffus, was durch die Tupftechnik und das „Nass-in-Nass"-Malen entsteht, wodurch keine Konturen zu Stande kommen.
    • Ansicht könnte sich dadurch begründen,
      • dass die Deutsche Reichsregierung die französische Weltausstellung von 1989 boykottiert hat.
      • dass Berlin ihn aufgefordert hat, die Auszeichnung eines „Ritters der Ehrenlegion" nicht anzunehmen.
      • dass sich in den Kritiken an Liebermann antisemitische Untergriffe finden lassen.
      • dass er das Bild „Der zwölfjährige Jesus im Tempel" gemalt hat und ihm darauf hin verboten wurde, Bilder aus dem neuen Testament zu malen, weil er Jude ist.
Kategorie: Kunst | Kommentare (1)