1666892 Besucher [297 Heute]
Bellum Gallicum: Hannibal und Sagunt

von Ganso

  • Lateinarbeit (Jahrgang 11)
  • 2-stündig
  • 15 Punkte

Der Fluss Ebro trennt in Spanien das römische Gebiet von dem karthagischen. Im karthagischen Gebiet handelt der junge Feldherr Hannibal recht eigenwillig und vertritt eine ganz andere Position als seine eigene Regierung in Karthago: Er will Krieg mit den Römern. Die Stadt Sagunt liegt zwar südlich des Ebro, gehört aber nicht zum Einflussbereich der Karthager.

1. Übersetzen Sie den folgenden Text:

Cum Saguntinis bellum nondum erat; ceterum iam belli causa certamina cum finitimis serebantur, maxime Turdetanis. Cum vim qui litis erat sator, quaeri appareret, legati a Saguntinis Romam missi auxilium ad bellum iam haud dubie imminens orantes. Consules tunc Romae erant P. Cornelius Scipio et Ti. Sempronius Longus. Qui cum legatis in senatum introductis de re publica rettulissent, placuit mitti legatos in Hispaniam ad res sociorum inspiciendas. Si viderentur digna causa, Hannibali denuntiarent, ut ab Saguntinis, sociis populi Romani querimonias senatui deferrent. [...] Dum ea Romani parent consultantque, iam Saguntum summa vi oppugnabatur.

2. Beschreiben Sie mit eigenen Worten die in diesem Text dargelegten Vorgänge und prüfen Sie auf der Grundlage des Verhältnisses zwischen Rom un dSagunt, inwieweit die Handlungsweise a) der Saguntiner und b) der Römer angemessen ist!

 

1. Der Krieg mit den Saguntern war noch nicht da; schon wurden des Krieges wegen nun aber Streitigkeiten mit den Nachbarn gesät, am meisten mit den Turdetanern. Als offenkundig war, dass von dem, der der Säer des Streites war, Stärke gesucht wurde, baten von den Saguntern nach Rom gesandte Gesandte um Hilfe zu dem nicht gerade ungewiss drohenden Krieg. Die Konsuln Roms waren damals P. Cornelius Scipio und Ti. Sempronius Longus. Als diese - nachdem die Gesandten in den Senat eingeführt worden waren - über die öffentliche Sache referriert hatten, wurde beschlossen, dass Gesandte nach Spanien gesandt werden, um die Zustände der Bundesgenossen zu prüfen. Wenn der Grund würdig schiene, sollten sie Hanniball verkünden, dass er sich von den Saguntern, Bundesgenossen der Römer, fernhalten sollte. Dann sollten sie nach Karthago, nach Afrika übersetzen und dem Senat die Klagen der Bundesgenossen des römischen Volkes melden. Während die Römer diese Sachen vorbereiteten und überlegten, wurde Sagunt schon mit der größten Kraft bestürmt.

 

2. Im Text wird geschildert, wie, bevor der Krieg um Sagunt ausbricht, Streit zwischen diesem und seinen Nachbarn gesät wird. Kurz bevor es wirklich zum Krieg zu kommen scheint, senden die Sagunter dann Boten nach Rom, dessen Bundesgenossen sie sind, um um militärische Hilfe zu bitten. Nach einer Diskussion beschließt der Senat Gesandte nach Sagunt zu schicken, die dort die Lage erforschen sollen und bei gegebenem Anlass dann Hanniball auffordern sollen, sich fernzuhalten. Anschleißend sollen sie Sagunts Klagen dem karthagischen Senat darlegen. Bevor aber dies in die Tat umgesetzt werden kann, wird Sagunt bereits bestürmt. Die Handlungsweise der Sagunter scheint mir hier logisch. Als sie durch Karthago bedroht werden, bitten sie ihren Bundesgenossen Rom um Hilfe im Krieg. Die römische Verhaltensweise ist ebenfalls nachvollziehbar: Sie versuchen den Konflikt erst auf diplomatischem Wege, wenn auch recht selbstbewusst, zu lösen und lassen sich nicht einfach von ihren untergebenen Bundesgenossen in einen Krieg führen. Vielleicht hätte Rom aber auch ein wenig schneller reagieren und so den Krieg abwenden können.

Kategorie: Latein | Kommentare (3)
Ähnliche Artikel