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Osama bin Laden

von Dennis Theurer

  • Politik-Referat (12. Klasse)
  • 10-15 Minuten
  • 14 Punkte

Osama bin Laden

Usāmah bin Muhammad bin 'Awad bin Lādin (أسامة بن محمد بن عوض بن لادن) oder kurz Osama bin Laden (أسامة بن لادن) ist der meistgesuchte Terrorist der Welt. Wer Informationen hat, die zu seiner Festnahme oder seinem Tod führen, erhält 25 Millionen US$ vom Staat Amerika und weitere 2 Millionen US$ von Fluggesellschaften. Sein Vermögen wird auf 270 Millionen US$ geschätzt. Da bin Laden auch stellvertretend für den Djihad steht, ist es notwendig, auch weitergehende Ausführungen zu machen, um die Zusammenhänge erklären zu können.

Herkunft und Jugend

Bin Laden wurde am 10. März 1957 oder 1955 als 17. von ungefähr 54-57 Kindern in Riad, Saudi-Arabien geboren. Sein Vater, Muhammad bin Laden, war ein wohlhabender Bauunternehmer mit guten Beziehungen zum saudischen König. Osama ist der einzige Sohn von Muhammad bin Ladens zehnter Frau Hamida al Attas.
Er wuchs in Dschidda auf und studierte dort an der König-Abdulaziz-Universität Wirtschaftswissenschaften, Betriebsmanagement und vermutlich noch Bauingenieur-Wesen und erlangte 1979 bzw. 1981 seinen Abschluss.
1974 heiratete er mit 17 Jahren seine erste Frau. Mit 4 weiteren Ehefrauen soll er mindestens 24 Kinder gezeugt haben.

Afghanistankrieg und bin Ladens Ideologie

1977 machte bin Laden sich mit Schriften einiger Islamisten vertraut, vorwiegend von Extremisten, die zum heiligen Krieg (Djihad) aufrufen und insbesondere die USA als Feind hatten. 1979 marschierte die sowjetische Armee in Afghanistan ein und dies wurde als ein Krieg zwischen Kommunisten und Islamisten angesehen, weshalb Pakistan Afghanistan verteidigen wollte. Deshalb zogen viele Djihad-Begeisterte nach Pakistan, darunter 1980 auch Osama bin Laden. Er wollte zunächst nur finanzielle Unterstützung leisten, traf dann aber den palästinensischen Islamisten Abdullah Azzam, der ein enger Freund bin Ladens wurde.
Azzam wurde auch bin Ladens selbst erkorener Lehrer. Mit seiner Ideologie und bin Ladens Geld rekrutierten sie viele junge Männer für den afghanischen Djihad.
1982 nahm Azzam bin Laden mit nach Afghanistan, um dort aktiv am Krieg mitzuwirken, wo Osama sich schnell zu einem unerschrockenen Kämpfer und Befehlshaber entwickelte und dort auch ein Ausbildungslager gründete.
Der CIA unterstützte stets den pakistanischen Geheimdienst ISI mit Waffen, hatte aber selbst keinerlei Einfluss auf die Kriegsführung und nahm wegen des guten Kriegsverlaufs an, dass alles in bester Ordnung sei. Aufgrund der amerikanischen Unterstützung war man der Annahme, dass das pakistanische Regime pro-amerikanisch sei, was aber tatsächlich genau andersrum war. Nachdem die Sowjets 1989 vertrieben wurden, war schnell die USA der neue Feind. Diese Einstellung hatte auch bin Ladens Lehrer Azzam, der sich auch Osama anschloss, und noch während des Krieges anti-amerikanische Hetzreden hielt. Bin Laden befand sich also seit seiner Bekehrung zum Islamismus unentwegt auf anti-amerikanischem Kurs.
Bin Ladens Ideologie entsprach der der Djihadisten, also der radikalen Islamisten, die zum heiligen Krieg Djihad aufrufen, mit dem Ziel den Islamismus über die ganze Welt zu verbreiten und jedem Djihad zu erklären, der sich ihnen in den Weg stellt. Sie lehnen Amerika und die westliche Denk- und Lebensweise strikt ab.

Al-Qaida und der internationale Terrorismus

1988 gründete bin Laden die militärische Organisation al-Qaida, die schnell mehrere tausend Anhänger fand. Als die Iraker 1990 in Kuwait einmarschierten, bot bin Laden Hilfe an, um Saudi-Arabien zu verteidigen, wurde aber abgewiesen, da das Saudi-Arabische Königshaus mehr Vertrauen in die US-Truppen hatte. Bin Ladens Kritik führte 1991 schließlich zu seiner Verbannung in den Sudan. Ziel seiner Organisation war nun neben der weltweiten Unterstützung militanter islamistischer Gruppen und der Vertreibung amerikanischer Truppen aus der Golfregion auch der Sturz des saudischen Königshauses.
1993 beteiligt sich al-Qaida an einer somalischen Auseinandersetzung mit US-Soldaten, bei der 18 Amerikaner sterben. Im selben Jahr wird ein Bombenanschlag auf das WTC verübt, bei dem 6 Menschen ums Leben kommen und mehr als 1.000 verletzt werden. Ziel war es, dass der gesprengte Turm auf den Zwillingsturm stürzen sollte, was rund 50.000 Menschen in den Tod gerissen hätte. Den Attentätern wurden Beziehungen zu al-Qaida nachgewiesen.
1994 wird bin Laden die saudi-arabische Staatsangehörigkeit entzogen und sein Clan erklärt ihn als nicht länger zur Familie gehörig.
1995 werden bei Bombenanschlägen von islamistischen Attentätern in der Pariser U-Bahn 8 Menschen getötet.
In Riad, Saudi-Arabien, sterben 1995 5 Amerikaner und 2 Inder durch eine Autobombe.
Auf Druck Washingtons muss bin Laden den Sudan 1996 verlassen und reist nach Afghanistan. Dort baute er etwa 50 militärische Camps auf. Im selben Jahr werden in der saudi-arabischen Stadt Dhahran 19 US-Soldaten durch eine Bombe getötet. Wie auch bei diesem Anschlag fällt der Verdacht auf al-Qaida, jedoch kann nicht immer bewiesen werden, dass nicht auch eine andere Terrororganisation für die Anschläge verantwortlich sein könnte.
1997 bringen die radikalen, islamisch-sunnitischen Fundamentalisten Taliban den Großteil Afghanistans unter ihre Kontrolle und bin Laden schlägt sich auf ihre Seite. 1998 gründet er die „Internationale Kampffront gegen Juden und Kreuzzügler“. Die ägyptischen konkurrierenden Djihad-Organisationen Gihad und Gama’a schlossen sich der al-Qaida an. Bin Ladens Interessen folgend stellten sie ihre Kampftätigkeiten in Ägypten ein und konzentrieren sich nun auf Amerikaner. Eine neue Taktik stellte sich bei den Terrororganisationen ein. Statt selektiven Zielen werden Listen mit lohenden Objekten aufgestellt, die durch die gewalttätigsten Mittel erreicht werden sollten ohne Rücksichtnahme, auch wenn dabei tausende Unbeteiligte sterben müssten. In Dar-es-salam, Tansania, und in Nairobi, Kenia, werden gleichzeitig Bombenattentate auf die US-Botschaften verübt, die 200 Menschen das Leben kosteten und Tausende verletzten. Die Tat wurde Bin Laden nachgewiesen aber die Taliban weigerten sich trotz 5 Millionen US$ Kopfgeld ihn auszuliefern. 2000 wird die USS Cole, ein amerikanisches Kriegsschiff, im jemenitischen Hafen Aden durch einen Selbstmordanschlag zerstört, wobei 17 amerikanische Seeleute starben. 2001 erreicht der Terrorismus ungeahnte Ausmaße, als das WTC zerstört wurde und auch das Pentagon angegriffen wurde. Bin Laden streitet seine Schuld ab und die Taliban verweigern weiterhin seine Auslieferung. 2004 sterben 191 Menschen bei dem größten Terroranschlag auf Europa bei den Madrider Zuganschlägen im Atocha Bahnhof. Neben dem Selbstmordanschlag auf die Londoner U-Bahn, bei dem 52 Menschen ums Leben kommen, wird al-Qaida verdächtigt, an weiteren Anschlägen in Ägypten und Jordan beteiligt zu sein, bei denen insgesamt 147 sterben und 270 verletzt werden.
Die Anschläge werden zum Teil als Rache gegen die Kriegsbeteiligten und –Unterstützer des Irakkriegs gewertet und weitere Anschläge werden befürchtet.

Die Rolle Amerikas

Schon Stunden nach dem Anschlag auf das World Trade Center wurde Osama bin Laden verdächtigt, da man glaubt, dass nur eine Organisation wie al-Qaida die Mittel hat, einen solchen Anschlag auszuführen. Präsident Bush erklärt keinen Unterschied zwischen den verantwortlichen Terroristen und denen, die sie unterstützen, zu machen. Der CIA Direktor hingegen verweist auf mögliche Mitschuld ausländischer islamischer Regierungen. Den möglichen Verantwortlichen wird der unerbittliche Krieg erklärt, bei dem auch Kollateralschäden in Kauf genommen werden.
Während der CIA-Operation in Afghanistan in der Zeit des Kalten Krieges wurde das pakistanisch afghanische Grenzgebiet weltweit führend in der Heroinproduktion zur Finanzierung des Widerstandes gegen die Russen mit Duldung der USA. Der CIA hatte den Antidrogen-Krieg zu Gunsten des Kalten Krieges aufgegeben. Die Drogengelder dienen heute der Finanzierung der Terrororganisationen. Der CIA unterstützte den pakistanischen Geheimdienst ISI während des Kalten Krieges massiv, wodurch der ISI immer mächtiger und größer wurde. Allerdings fand die Zusammenarbeit lediglich mit der Führungsschicht statt, sodass die Kämpfer selbst nicht viel von der amerikanischen Hilfe mitbekamen und folglich auch keine Hemmungen hätten, sich zu einem späteren Zeitpunkt gegen ihren einstigen Waffenlieferanten, die USA, zu wenden. Die US Unterstützung bestand in massiven Waffenlieferungen, die sich letztendlich bis 1987 auf 65.000 Tonnen jährlich steigerte.
Während der FBI Osama bin Laden schon als meistgesuchten Terroristen einstufte, unterstützte der CIA ihn immer noch. Im Juni 2001 traf der CIA Bin Laden in einem amerikanischen Krankenhaus in Dubai, verhaftete ihn jedoch nicht. Die Bedrohung Amerikas durch Topterroristen sollte bestehen bleiben, um Kriege in der Region mit den größten Ölvorkommen, die auch ¾ des weltweiten Opiums herstellt, zu rechtfertigen. Ein politisches Kalkül der USA mit dramatischen Folgen.
Die Hintergründe und Drahtzieher des 11. September sind nicht vollständig geklärt. Bin Laden selbst schwört bei seiner Ehre als Muslim, nicht an den Anschlägen beteiligt zu sein. Ein Video zeigt, wie bin Laden mit seinen Gefolgsleuten über die Anschläge diskutiert, allerdings ist die Qualität so schlecht, dass seine Authentizität von Forschern angezweifelt wird. In der NATO soll ein Beweis vorgebracht worden sein, der klar einen Zusammenhang zwischen dem 11. September und bin Laden herstellen soll, aber nie öffentlich gemacht wurde. Als Verbrechen, die der FBI auflistet, für die bin Laden gesucht wird, sind die Anschläge nicht aufgeführt, lediglich die Anschläge auf die Botschaften. Der FBI nahm dazu Stellung und antwortete, es gäbe keinen richtigen Beweis für bin Ladens Schuld. Gewagte Theorien sehen sogar den CIA oder Amerika als Drahtzieher des 11. Septembers. Die Anschläge werden zum politischen Spielball in der Rechtfertigung des Irakkrieges im Sinne der Bekämpfung des Terrorismus.

Wertung

Amerika hatte mit ihrer naiven Sicht, dass alles, was nicht kommunistisch ist, gut sei, mitgeholfen, ein riesiges Netzwerk aufzubauen.
Doch der Heilige Krieg hatte sich verselbstständigt mit Ziel gegen die westliche Welt, vornehmlich USA. Mittelbar kämpfte die USA gegen sich selbst.
Die Verstrickungen der USA mit Osama bin Laden und des nahen Ostens allgemein sind nicht völlig aufgedeckt. Trotz der Geheimhaltung der amerikanischen Regierung und der Geheimdienste deutet vieles daraufhin, dass die USA mit ihren Ölinteressen durchaus in unrechtmäßige Geschäfte verwickelt ist. Der Mangel an Fakten lässt jedoch keine sicheren Schlüsse ziehen.
Ich selbst sehe im islamischen Terrorismus bzw. Djihad die derzeit größte Bedrohung der Weltordnung und bin mir sicher, dass er mit bin Ladens Festnahme nicht gestoppt werden kann.

Kategorie: Politik | Kommentare (25)
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